Die 4 Schönen gibt es nun schon seit 7 Jahren -

Zeit für einen völlig unsentimentalen Rückblick, chronologisch den Jahren zugeortnet!

1999: Um genau zu sagen am 28.4.1999 traten die 4 Schönen zum aller ersten Mal gemeinsam live auf, ohne natürlich vorher nur einmal richtig geprobt zu haben. Aber das war eigentlich auch nicht notwendig, 3/4 der Band bestanden aus Mitgliedern der Band "CRASHTEST" und Bassist Gerhardt war als Techniker und Tonmann auch schon bei "CRASHTEST" in Erscheinung getreten. Man munkelt, dass zu den ersten Songs "Moskau" und "Jugendliebe" gehörten, weiterhin wurde wohl auch "Wicked Game" in der Version von "HIM" zum Besten gegeben. Sicher ist aber, dass die komplette Technik und die Instrumente erst am nächsten Tag wieder ihren Weg Richtung Proberaum fanden ...
In Folge dieser feucht-fröhlichen Geburt wurde dann doch das ein oder andere Mal geprobt und ein illustres Programm zusammengestellt - als Anhänger der Musikrichtungen, grob skizziert, Punk - Metal - Alternative, waren wir gezwungen, die nicht immer geläufigen Schlagerweisen, in unser eigenes Korsett zu zwingen, was im Laufe des Jahres zur Entwicklung unseres doch sehr einzigartigen Stiles führte: Schlager in Rock.

2000: Als doch sehr experimentierfreudige Jungmänner ließen wir es uns nicht nehmen, unsere neu gewonnene Massentauglichkeit in bares Geld bzw. in Naturalien (Kleintransporter) umzusetzen. Die Folge waren einige schwer verdauliche Auftritte in Autohäusern. Spätestens jetzt wussten wir, dass in dem Wort "Auftritt" das Wort "Tritt" vorkommt. Als schließlich unser Transporter an der Abfahrt "Dresden Wilder Mann" mit Motorschaden liegen blieb, wendeten wir uns wieder den wichtigen Dingen zu: Musik und Tanz! Ja, unsere Playback-Tanzeinlage in der "Palette" zu Halle gehört wohl zu den subtilsten und mutigsten Sachen, die wir je gemacht haben. Du fragst dich vielleicht auch manchmal, was die Leute dazu bewegt in Talkshows über ihre sexuellen Vorlieben zu sprechen - Tja, wir fragen uns heute, warum wir tanzen mussten...
Aber wir entdeckten im Jahr 2000 auch einige Clubs, in denen wir heute noch gastieren: Der "Finekeller" in Dessau und das "Irish Harp Pub" in Wittenberg. Hier wurde frühzeitig unser Talent erkannt!

2001: Das Jahr, in dem wir zum ersten Mal die virtuelle, innerdeutsche Grenze überschritten haben und tief ins westdeutsche Gebiet vorgedrungen sind. Aber wie geil war das denn! Die 4 Schönen waren im "Westen" und ca. 2000 Leute feierten uns, die kleine, unbekümmert spielende, Kapelle aus Halle an der Saale. Danach war nichts mehr wie es mal war - wir hatten Blut geleckt, wir wollten janz hoch hinaus. Tja und so kam es, dass wir in dem Jahr die erste geballte Ladung der Kneipenfeste abbekamen - und wir sind sie bis heute nicht losgeworden. Für nicht Eingeweihte: Hunderte Schnauzbartträger wollen von 8.00 bis 1.00 die volle Breitseite. Legendär und immer wieder erwähnenswert ein Auftritt zu solch einer Veranstaltungsreihe in einer eigentlichen Bäckerei - Das wilde Fuchteln einer hyperventilierenden Angestellten vor unseren Augen war noch das unspektakulärste Detail. Ja mei, Neil hätte gesagt "My my, hey hey, Rock'n'Roll is here to stay!" oder zumindestens "Hey, ho los geht's!"

2002: Dieses Jahr brachte die ersten einschneidenden Veränderungen für die 4 Schönen: Schlagzeuger Helmut kehrte in seine bayrische Heimat zurück und Bassist Gerhardt unterschrieb seinen ersten (offiziellen) Arbeitsvertrag. Aber durch unsere gewohnt pragmatische Art ließen wir uns nicht beirren, flugs wurde eine CD mit allen (damals ca. 35) Titeln aufgenommen. Ein ausgeklügelter Probeplan (wer probt, kann nichts) verhinderte das Schlimmste: Helmut probte in seiner bayrischen Einliegerwohnung zur "CD, minus Schlagzeug" und der Rest probte zur "CD, nur Schlagzeug". Die Probeweise hatte wirklich nur einen Vorteil: Man konnte seine Mitmusiker ausschalten, wenn sie einem auf den Geist gingen.
Um die berufsbedingten Ausfälle (ein klassischer Wochenendarbeiter) von Gerhardt zu kompensieren, wurde ein Duplikat von Gerhardt gefunden: Hartwig, der Herzliche. Immer zur Stelle, wenn Gerhardt nicht konnte und dass war von nun an sehr häufig. Es gibt übrigens nichts schöneres, als sein Probepensum durch 2 Bassisten zu verdoppeln... Ach ja, dass war noch nicht alles: Von nun an erschien auch immer wieder Horst, der Heilige auf der Bildfläche, der Helmut, wenn es gar nicht mehr ging, live vertrat. Aber Horst musste zum Glück so gut wie gar nicht proben. Schlager war etwas, das lag ihm wie das morgendliche Zähneputzen. Und schwuppdiwupp waren wir eigentlich schon 6 Schöne.

2003: Das neue Konzertjahr begann gleich mit einem denkwürdigen Ereignis: Die 4 Schönen spielten im tiefsten Januar am Fuße der Ski-Abfahrtsbahn auf dem Fichtelberg Open Air. Als dann abends die Sonne unterging (ca. 16.30) waren die Außentemperaturen bei unter -10 Grad, aber wir spielten tapfer weiter. Als aufgrund der Kälte Helmut sein Snare-Fell riss, wurde es mit Gaffa-Tappe geflickt. Helmuts besorgte Fragen ("Wie klingt das denn vorne?") wurden professionell abgewendet ("Das merkt kein Schwein"). Tatsächlich klang es schlimmer, als wenn er einen Schuhkarton als Snare benutzt hätte.
Das Jahr 2003 war das Jahr der Festzelte. Festzelt stammt dem Begriff nach nicht vom Konglomerat aus Fest (= Party, Feier) und Zelt, sondern aus Fest (= stabil, unbeweglich) und Zelt. Stellvertretend soll hier folgender Ausspruch erwähnt werden: Eine Frau, ca. Mitte 40, kommt nach der ersten Runde auf uns zu und frug: "Könnt ihr eigentlich auch schön spielen? Wir haben uns das ganze Jahr auf diesen Abend gefreut!" Zu unserer Verteidigung müssen wir sagen, dass das Publikum eine Country-Band erwartete.
Einen Höhepunkt der besonderen Art gab es auch beim Weihnachtskonzert im Finekeller: Lutz musste infolge einer Lebensmittelvergiftung schon in der ersten Runde TK (= technisches Kotzen) anwenden und wurde abtransportiert. Das Publikum reagierte bei den nun folgenden dadaistischen Versuchen die Textlücken zu füllen mit Dessauer Gelassenheit.

2004: Das Jahr mit den bisher meisten Auftritten: 30 Stück, in allen erdenklichen Konstellationen. Mal ohne Schlagzeug, mal ohne Bass, mal ohne zweiten Gesang. Trotzdem oder gerade deswegen immer aufregend. Apropos Aufregen: 2004 waren wir die Hossaband des Jahres und durften mit Clown "Hoppla" die Menge bespaßen, was dann zu der einen oder anderen Grundsatzdiskussion führte. In wie weit darf man sich verkaufen, und wo hört der Spaß eigentlich auf? Wir haben damals für uns definiert, wo der Spaß aufhört. ("Könnt' ihr Euch nicht Perücken aufsetzen?", "Spielt ihr auch was von Wolle Petry?", "Ihr kuckt immer so ernst beim spielen.", etc.) Unerwartete Hilfe in unserem Seelenkonflikt erhielten wir durch die Band "..auch!", mit deren Hilfe wir 2004 einige wirklich tolle Konzerte spielen durften und zwar vor einem weitaus jüngeren, alternativeren Publikum, als wir bisher erreichen konnten.

2005: Der komplette Neuanfang: Der Weggang von Helmut und Hartwig und der Wechsel Gerhardt's vom Parttime-Bassisten zum Nur-Techniker führte zur bisher langwierigsten Bassisten - und Schlagzeugersuche. Eins haben wir daraus gelernt: Wenn jemand sagt, er spielt seit 12 Jahren, heißt das nicht, dass er sich auch wirklich ernsthaft mit seinem Instrument befasst hat. Weiterhin bedeutet eine fundierte musikalische Ausbildung noch lange keine Lizenz zum Rocken. Nun ja, kurz vor unserem körperlichen und geistigen Zusammenbruch fanden wir unsere 2 neuen Mitstreiter: Willi der Willige und Bernd der Berserker. Es war ein tolles Gefühl, nicht mit einer Schlagzeug-CD im Proberaum zu stehen, sondern mit einem leibhaftigen Schlagzeuger zu spielen, was dann schnell dazu führte, dass wir sehr viele unserer Lieder komplett umstellten. Der einzige Wermutstropfen: Bernd kommt aus Erfurt, fährt also 240 km für eine Probe...
Und weil wir gerade beim Umkrempeln waren, haben wir ein neues Bandmaskottchen (Schlagerteufel) entworfen, einen neuen Leitspruch ("Schlagerteufel. schön. laut.") entwickelt, neues Bühnenoutfit (rot und schick) schneidern lassen und neue Plakate, Flyer, Aufkleber und T-Shirts in Auftrag gegeben und sind, die wichtigste Neuerung, auf In-Ear Monitoring umgestiegen. So können wir uns schon frühzeitig an das Tragegefühl für die, im Alter, mit Sicherheit fälligen Hörgeräte gewöhnen.
Die vielen, tollen Auftritte 2005 zeigten uns, dass unsere alten Fans die Neuerungen begeisterten und wir viele neue Fans dazugewinnen konnten.